Google Merchant Center: Warum Produkte abgelehnt werden und wie Sie die Ursache finden

Produkte werden im Merchant Center meist abgelehnt, weil Google die Produktseite nicht abrufen kann oder Feed und Seite nicht übereinstimmen. Prüfen Sie zuerst den Crawler-Zugriff, danach Preis, Verfügbarkeit und GTIN.

Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Quellen abgerufen am 02.11.2026. Angaben Dritter haben wir nach bestem Wissen wiedergegeben; verbindlich ist die jeweilige Quelle.

Kurzantwort

Eine häufige Ursache ist ein Zugriffsproblem. Google ruft die Produktseite ab und vergleicht sie mit Ihrem Feed. Gelingt der Abruf nicht, lehnt Google das Produkt ab. Das gilt laut Google für die mobile und die Desktop-Version: Scheitert eine der beiden, wird das Produkt auf beiden abgelehnt, bis die Seite wieder erreichbar ist.

Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor: Zugriff, dann Preis und Verfügbarkeit, dann Produktkennung (GTIN).

Typischer Fall: Eine Geo-Regel sperrt Googlebot

Ein häufiger Auslöser ist eine Sicherheitsänderung. Wer in Cloudflare oder einer anderen Firewall Zugriffe aus bestimmten Ländern blockiert, sperrt oft auch Googlebot aus. Im Merchant Center erscheinen dann viele Produkte gleichzeitig als abgelehnt.

Eine Geo-Regel wirkt nur auf Abrufe aus den gesperrten Regionen, und Google empfiehlt, Zugriffe aus den USA zuzulassen. Warum einzelne Produkte trotz Geo-Regel freigegeben bleiben, erklärt die Hilfe nicht.

Die Lehre daraus: Wer Sicherheitsregeln ändert, prüft danach den Abruf mit dem URL-Prüftool von Google.

Diagnose Schritt für Schritt

1. Crawler-Zugriff

Google nennt in der Hilfe zu Crawling-Problemen unter anderem diese Ursachen:

  • Die Seite liefert den Fehler 404 oder einen anderen 4xx- oder 5xx-Fehler.
  • Die robots.txt sperrt AdsBot-Google oder Googlebot.
  • Eine Firewall, eine Geo-Beschränkung oder eine Anmeldung blockiert den Abruf.
  • Der Server antwortet zu langsam (Zeitüberschreitung) oder leitet zu oft weiter.
  • Der Hostname lässt sich nicht auflösen oder die robots.txt ist nicht erreichbar.

Bei Firewall und Geo-Regeln empfiehlt Google, den User-Agent AdsBot-Google zuzulassen und Zugriffe aus den USA zu erlauben, weil Google von dort crawlen kann. Eine Regel, die nur Besucher aus Ihrem Zielland durchlässt, kann deshalb Googlebot aussperren.

Testen Sie den Abruf mit dem URL-Prüftool in der Search Console, jeweils mit Desktop- und Smartphone-Abruf.

2. Preis und Verfügbarkeit

Googlebot vergleicht den Preis im Feed mit dem Preis in der HTML-Antwort Ihrer Seite und in den strukturierten Daten. Weichen sie ab, kann das Produkt abgelehnt werden. Die Hilfe von Google nennt als Ursachen:

  • Der Feed wird zu selten aktualisiert.
  • Strukturierte Daten zeigen einen anderen Preis als die Seite.
  • Preise erscheinen erst per JavaScript, der Crawler sieht im HTML einen anderen Wert.
  • Das Datum für Sonderpreise oder die Zeitzone ist falsch gesetzt.
  • Mindestbestellmengen oder Staffelpreise sind im Feedpreis nicht abgebildet.

Die Google-Seite zu Preisabweichungen behandelt die Verfügbarkeit nicht. Vergleichen Sie diese trotzdem: Der Status im Feed (lieferbar oder nicht) sollte zum Status auf der Produktseite passen.

3. GTIN

Google erwartet für die GTIN eine Zahl mit 8, 12, 13 oder 14 Stellen. Leerzeichen und Bindestriche werden ignoriert. Die Nummer soll das Produkt eindeutig kennzeichnen. Pro Produkt sind bis zu zehn GTIN möglich. Erfahrungshinweis: Fehler entstehen häufig durch abgeschnittene Ziffern, etwa wenn eine Tabellenkalkulation führende Nullen entfernt.

Übersicht: Symptom, Ursache, Prüfung

Meldung im Merchant CenterHäufige UrsachePrüfung
Zielseite nicht verfügbarrobots.txt, Firewall, Geo-Regel, Server-FehlerURL-Prüftool, Serverprotokoll, Firewall-Regeln
Qualitäts- und Richtlinienprüfung nicht möglichGooglebot oder Googlebot-Image gesperrtrobots.txt auf leere Disallow-Zeilen für beide Crawler prüfen
Abweichender Wert (Seitenabruf) beim PreisFeedpreis und Seitenpreis unterscheiden sichPreis im HTML, strukturierte Daten, Feed-Aktualisierung
Ungültiger Wert bei GTINStellenzahl falsch, Ziffern fehlenStellen zählen, Quelle beim Hersteller prüfen

Vorgehen bei vielen Ablehnungen auf einmal

  1. Öffnen Sie den Reiter „Aktion erforderlich“ und gruppieren Sie die abgelehnten Produkte nach Meldungstyp.
  2. Beginnen Sie mit der größten Gruppe. Ein einzelner Fehler erklärt meist viele Produkte.
  3. Rufen Sie drei Beispiel-URLs aus dieser Gruppe im URL-Prüftool ab, einmal mit Desktop- und einmal mit Smartphone-Abruf.
  4. Lässt sich keine der Seiten abrufen, suchen Sie die Ursache auf Serverseite: robots.txt, Firewall, CDN-Regeln, Weiterleitungen.
  5. Lassen sich die Seiten abrufen, vergleichen Sie Preis und Verfügbarkeit zwischen Feed und Seite.
  6. Prüfen Sie erst zuletzt die GTIN-Meldungen. Sie betreffen meist einzelne Produkte.

Zur robots.txt empfiehlt Google, Googlebot den Zugriff auf die gesamte Website zu erlauben. Eine leere Disallow-Zeile für den jeweiligen Crawler leistet das:

User-agent: Googlebot
Disallow:

Fehlerbehebung und Wartezeiten

  • Änderungen erscheinen laut Google nach 24 bis 72 Stunden im Reiter „Aktion erforderlich“.
  • Nach Behebung eines Crawl-Problems können Produkte bis zu 48 Stunden brauchen, bis sie wieder erscheinen.
  • Nach einer Änderung der robots.txt bleiben betroffene Produkte laut Google bis zu 30 Tage mit zuvor freigegebenen Bildern sichtbar.
  • Sie können nach der Korrektur eine Prüfung der Website anfordern, um den Ablauf zu beschleunigen.

Gegenprobe im Serverprotokoll

Das Serverprotokoll oder die Ereignisse Ihrer Firewall zeigen, ob Googlebot abgewiesen wird. Suchen Sie nach Anfragen mit dem User-Agent Googlebot oder AdsBot-Google und achten Sie auf die Antwortcodes. Treten dort 403-Antworten auf, blockiert eine Regel den Zugriff. Notieren Sie, welche Regel gegriffen hat, und prüfen Sie, ob sie Länder, IP-Bereiche oder Bot-Erkennung nutzt.

Halten Sie für jeden Fall fest, was Sie geändert haben und wann. Mit dieser Liste lässt sich später erklären, warum sich die Zahl der Ablehnungen verändert hat.

Wann Sie einen Prüfung anfordern

Wenn Sie die Ursache behoben haben, aber Produkte weiter abgelehnt bleiben, können Sie laut Google eine Prüfung der Website anfordern oder gegen die Ablehnung eine erneute Prüfung anfordern. Tun Sie das erst, wenn die Seiten im URL-Prüftool abrufbar sind. Sonst wiederholt sich die Ablehnung.

Checkliste vor jeder Änderung an Firewall oder CDN

  1. Schreiben Sie auf, welche Regel Sie ändern und warum.
  2. Lassen Sie AdsBot-Google und Googlebot ausdrücklich durch.
  3. Rufen Sie nach der Änderung zwei Produktseiten im URL-Prüftool ab.
  4. Prüfen Sie nach 72 Stunden die Zahl der abgelehnten Produkte im Merchant Center.

Wenn die Zahl der Ablehnungen nach einer Sicherheitsänderung plötzlich steigt, ist der Zusammenhang wahrscheinlich. Machen Sie die Regel rückgängig, bevor Sie am Feed arbeiten.

Quellen